Die 9 Zentren im Human Design

Die 9 Zentren bilden das Rückgrat eines Human Design Bodygraphen und verraten -ganz alleinstehend- schon einiges an Informationen über das entsprechende Chart.
Grund genug, dass wir uns diese 9 Zentren einmal im Detail anschauen.

Hast du Lust? 🙂

Was genau sind die 9 Zentren des Human Design?

Zu aller erst: Was ist ein Zentrum im Human Design?

Gute Frage, denn wenn man wirklich genau hinschaut, ist das gar nicht so einfach zu beantworten (also in Worte zu fassen).

Wie so oft im Human Design werde ich deshalb probieren, die Bedeutung eines Zentrums zu umschreiben und im Laufe deiner Selbstbeobachtung wirst du ganz automatisch ein besseres Verständnis / Gefühl dafür bekommen, was so ein Zentrum wirklich ist.

Die 9 Zentren des Human Design

Die Zentren sind die farbigen bzw. weißen Drei- und Vierecke in einem Bodygraphen. Als erste grobe Idee kann man sich ein Zentrum wirklich wie ein Zentrum vorstellen – aber eben ein energetisches, feinstoffliches Zentrum.

Wahrscheinlich hast du schon mal gehört, dass in einigen östlichen Weisheitslehren geglaubt wird, dass der menschliche Körper von vielen feinstofflichen / energetischen Bahnen durchzogen wird. Und an bestimmten Punkten im Körper treffen sich diese Energiebahnen. Das kann man sich ein bisschen wie eine große Stadt am Autobahnkreuz vorstellen.

Ein Zentrum im Human Design ist also quasi ein feinstofflicher Energiewirbel, der Energien aufnehmen, verändern und abgeben kann. Oder, wenn wir das Bild von gerade nehmen, eine feinstoffliche Stadt am feinstofflichen Autobahnkreuz, die verschiedene Waren und Güter ein- und ausführt. 🙂

In der indischen Chakrenlehre wird so ein Energieknotenpunkt z.B. Chakra genannt und ist mit bestimmten Körperteilen (Herz, Solarplexus, …) verbunden.

Im Human Design gibt es diese 1:1 Korrelation der Zentren mit bestimmten Organen / Körperteilen nicht so direkt, auch wenn die Zentren des Human Design ähnliche Namen (Herz, Solarplexus, Milz, …) tragen und ebenfalls bestimmten Regionen des menschlichen Körpers zugeordnet werden können. Aber nicht vergessen: Bei Zentren geht es um Energiezentren, um etwas Feinstoffliches und weniger um den physischen Körper.

Da es jetzt vielleicht häufig die Frage gibt: „Ist ein Zentrum im Human Design ein Chakra?“ werde ich hier noch kurz meine Meinung dazu sagen: Die 7 Chakren der indischen Chakrenlehre weisen doch einige Unterschiede zu den 9 Zentren des Human Designs auf und -um Verwirrung zu vermeiden- würde ich das Wort „Chakra“ im Zusammenhang mit den 9 Zentren des Human Design eher vermeiden.

Aber jetzt machen wir erstmal wieder weiter im eigentlichen Text! 🙂

Definierte / Undefinierte Zentren im Human Design

Im Zusammenhang mit dem Wort „Zentrum“ fallen sehr häufig auch die Worte „definiert“ und „undefiniert“.

Was bedeutet das?

Definierte Zentren

Ist ein Zentrum in deinem Bodygraphen farbig bzw. ausgefüllt dargestellt, bedeutet das meistens, dass es definiert ist. Ein definiertes Zentrum bedeutet, dass dir die Energie dieses Zentrums konstant zur Verfügung steht.

Hier sendest du -egal in welchem astrologische Wetter oder in welcher Umgebung du dich gerade befindest- eine konstante, verlässliche Energiefrequenz aus.

Ein definiertes Zentrum ist also ein bisschen so etwas wie ein einziger, ganz bestimmter Radiosender, der seine Show jahrzehntelang in seine Umwelt aussendet.

Undefinierte Zentren

Ist ein Zentrum in deinem Bodygraphen in weiß bzw. leer dargestellt, bedeutet das meistens, dass es undefiniert ist. Ein undefiniertes Zentrum (oft auch: offenes Zentrum genannt) ist eine Quelle, mit der du die Energien deiner Umgebung aufnehmen kannst.

In den undefinierten Zentren kann ein Mensch also besonders viel wahrnehmen und seine Umgebung spüren.

Ist das definierte Zentrum also wie ein Radiosender, ist ein undefiniertes Zentrum so etwas wie ein Radio. Es kann sich in einem gewissen Rahmen aussuchen, welchen Sender es heute hören möchte. Die gespielte Musik kann sich hier von Tag zu Tag und von Ort zu Ort ändern.

Das Prinzip von definiert / undefiniert ist dem Prinzip von Ying und Yang insofern ähnlich, als dass beide Teile vollkommen gleichwertig sind und sich gegenseitig ergänzen. Das ist ganz wichtig. Also bitte, bitte nicht vergessen: Definierte und undefinierte Zentren sind vollkommen gleichwertig!

Die 9 Zentren des Human Design

Okay, damit genug der Vorrede. Nun können wir auf alle 9 Zentren des Human Design unserer Zeit eingehen. Wir starten unten im Wurzel-Zentrum und arbeiten uns nach oben zum Kronen-Zentrum vor.

Schnall dich gut an, es geht los! 😀

9 Zentren Human Design - Wurzel

Das Wurzel-Zentrum (Antrieb & Stress, Erdung)

Das Wurzel-Zentrum ist Mutter Erde am nächsten und kann damit etwas sehr erdendes haben. Gleichzeitig ist es aber auch ein sogenanntes „Druck-Zentrum“ und eng mit unserem Stress-System verbunden.

Ich merke mir das gerne bildlich: Es sitzt ganz weit unten und muss deshalb viel Druck aushalten. Wie das Fundament eines Hauses gibt auch das Wurzel-Zentrum seinem Träger Stabilität, während gleichzeitig viel Druck auf ihm lastet.

Der Druck im Wurzel-Zentrum kann sich in Form von Stress ausdrücken und antreibend wirken. Es kann uns dazu anregen, uns zu engagieren, zu leisten und den Anforderungen an uns zu entsprechen.

Gleichzeitig hat die stabilisierende Funktion des Wurzel-Zentrums die Fähigkeit, Stress von uns zu nehmen, uns zu beruhigen und wieder mit der Erde zu verwurzeln (bzw. sogar so wie die Wurzeln eines Baumes Energie / Druck aus der Erde aufzunehmen).

In modernen, medizinischen Termen würde man vielleicht sagen, dass die Funktionen des Wurzel-Zentrums dem des sympathischen (anregenden) und parasympathischen (beruhigenden) Nervensystems entsprechen.

Ist das Wurzel-Zentrum in einem Chart definiert, kann der jeweilige Mensch tendenziell besser mit Stress umgehen, als ein Mensch mit undefinierter Wurzel. Menschen mit undefinierter Wurzel sind in der richtigen Umgebung dafür aber tendenziell entspannter, als Menschen mit definierter Wurzel.

Im Wurzel-Zentrum sitzen das Tor der Annäherung (19), das Tor der Gegensätze (38), das Tor des Provozierens (39), das Tor der Fantasie (41), das Tor des Berges (52), das Tor der Anfänge (53), das Tor des Ehrgeizes (54), das Tor der Lebensfreude (58) und das Tor der Beschränkung (60).

9 Zentren Human Design - Sakral

Das Sakral-Zentrum (Lebenskraft)

Das Sakral-Zentrum ist die Quelle unserer Lebenskraft. Das Wort „Sakral“ kommt dabei aus dem Lateinischen und bedeutet „geweiht“ oder „heilig“.

Das Sakralzentrum ist in etwa in der Körperregion angesiedelt, in der sich bei uns Menschen die Geschlechtsorgane befinden. Und so, wie die Geschlechtsorgane die Fähigkeit besitzen, neues Leben zu erzeugen, gibt uns auch dieses Zentrum die Energie, Dinge zu erschaffen, „in die Welt zu bringen“ bzw. „Wachsen zu lassen“ kann.

Tatsächlich wird das Sakral-Zentrum manchmal auch als „Sex-Zentrum“ bezeichnet, obwohl sakrale Energie eigentlich für viel mehr steht, als nur für sexuelle Energie. Aber wenn du dir gleich mal die Tore des Sakralzentrums durchliest (unten in blau), wirst du vielleicht herauslesen können, woher der Name kommt. 😉

Das Sakralzentrum ist bei ca. 70% aller Menschen definiert, die damit automatisch entweder zum Human Design Typ Generator oder Manifestierender Generator gehören. Das definierte Sakral-Zentrum schenkt seinem Träger einen konstanten Fluss an Lebensenergie und enormes Durchhaltevermögen.

Menschen, bei denen das Sakralzentrum undefiniert, sind nicht die typischen „Macher“ oder „Arbeitstiere“, denn sie wurden nicht zum dauerhaften „Malochen“ gemacht. Der Tatendrang dieser Menschen kommt und geht mit den Zyklen und Energien um sie herum – und genau damit haben sie es in unserer heutigen Gesellschaft wahrscheinlich oft nicht leicht.

Wegen der starken Lebensenergie, die uns das Sakral-Zentrum zur Verfügung stellen kann, zählt es zu den sogenannten „Motor-Zentren„.

Im Sakral-Zentrum sitzen das Tor der Neuordnung (3), das Tor des Wartens (5), das Tor der Details in der Anwendung (9), das Tor des Vermögens (14), das Tor der Ernährung (27), das Tor des Ja-Sagens (29), das Tor der Macht (34), das Tor der Mehrung (42) und das Tor der Intimität (59).

Das Solarplexus-Zentrum (Emotionen)

Der Name des Solarplexus-Zentrum hat mich am Anfang sehr verwirrt. Solarplexus… der liegt doch eigentlich ganz woanders!? Falls dich das auch wundert, lass dich nicht irritieren. Anatomisch würde man das Solarplexus-Zentrum wohl viel eher im Mittelbauch (Magen, Nieren, Lunge, Nervensystem) lokalisieren, aber wie gesagt, es gibt bei den Zentren des Human Design keine direkte 1:1 Korrelation mit den physischen Körperteilen.

So weit, so gut. Welche Aufgabe hat denn das Solarplexus-Zentrum?

Das Solarplexus-Zentrum ist der Sitz unserer Emotionen. Starke Emotionen wie Freude, Angst, Wut, Ekel, Überraschung, Trauer usw. entspringen den Energien dieses Zentrums. (Ein sehr häufiger Name für das Solarplexus-Zentrum ist deshalb auch „Emotions-Zentrum“.)

Diese Emotionen können zum einen enorme Energie freisetzen (weshalb auch das Solarplexus-Zentrum zu den Motorzentren zählt) und sind zum anderen auch für unsere emotionale Bewusstheit zuständig (weshalb das Solarplexus-Zentrum auch zu den Bewusstheits-Zentren gehört).

Ist das Solarplexus-Zentrum definiert, hat die entsprechende Person automatisch die Emotionale Autorität. Ihre Entscheidungen werden idealerweise von dem Kommen und Gehen verschiedener, starker Emotionswellen geleitet und schließlich in die richtige Richtung gelenkt.

Menschen mit undefiniertem Solarplexus-Zentrum werden dagegen viel eher von den Emotionen der Menschen in ihrer Umgebung beeinflusst. Die starken Emotionswellen, die von anderen auf sie überschwappen, können sie dann teilweise auch sehr überraschen und völlig mitreißen – egal ob Euphorie, enorme Wut, oder tiefe Trauer.

Im Solarplexus-Zentrum sitzen das Tor der Konfliktlösung (6), das Tor der Anmut (22), das Tor des Verlangens (30), das Tor der Krisenbewältigung (36), das Tor der Familie (37), das Tor der Umwälzung (49 und das Tor der Fülle (55).

Das Milz-Zentrum (Intuition, Überleben)

Das Milz-Zentrum ist gefühlt (!) ein sehr urtümliches, wildes Zentrum, denn es ist der Ort für Intuition, Spontanität und Instinkte.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass das Milz-Zentrum der Funktionsweise eines Reptiliengehirns gleicht (bitte nagel mich nicht darauf fest :D), denn hier dreht sich viel um „Freud-oder-Feind?“, „Essbar oder giftig?“, „Totstellen oder Kämpfen?“. Kurzum ums Überleben.

Dass Milz-Zentrum ist dabei blitzschnell und verarbeitet die wahrgenommenen Informationen (Geruch, Geschmack, Geräusche, …) noch bevor sie überhaupt im logischen Bewusstsein ankommen und vom Verstand verarbeitet werden können. Damit zählt das Milz-Zentrum übrigens auch zu den Bewusstheits-Zentren, denn es beinhaltet die intuitive Bewusstheit (Was brauche ich zum Überleben?).

Vielleicht nicht das beste Beispiel, aber was macht eine Echse, wenn die Sonne scheint, sie satt ist und spürt, dass ihr gerade keine Gefahr droht? Richtig! Sie liegt in der Sonne und genießt. Und genauso ist das Milz-Zentrum auch der Sitz des Wohlbefindens. Wenn alles in Ordnung ist, wir gesund und sicher sind, geht es uns gut.

Menschen mit definiertem Milz-Zentrum sind tendenziell eher spontan und haben gute Reflexe / Sinne / Instinkte („Irgendwie möchte ich das gerade nicht essen. Ich glaube, das ist nicht mehr gut.„) Gleichzeitig sind ihre Sensoren auch gerne auf der Suche nach Bedrohungen in ihrer Umgebung und wirken dadurch manchmal vielleicht etwas misstrauisch oder teilweise sogar ängstlich.

Menschen mit undefiniertem Milz-Zentrum haben vielleicht etwas weniger scharfe Instinkte, sind dafür aber auch etwas gutgläubiger und gelassener. Trotzdem passiert es oft, dass Menschen mit undefiniertem Milz-Zentrum sehr gut wahrnehmen können, wenn die Instinkte der anderen Menschen „anspringen“ und vor etwas warnen. Dann nehmen sie z.B. die Alarmbereitschaft der anderen in sich auf, ohne wirklich zu verstehen, woher ihre Reaktion jetzt genau kommt.

Im Milz-Zentrum sitzen das Tor des Verbesserns (18), das Tor des Spielers (28), das Tor der Dauer (32), das Tor der Muster (44), das Tor des Brunnens (48), das Tor der Werte (50) und das Tor des Sanften (57).

Das Herz-Zentrum (Willensstärke)

Das gute, alte Herz! Normalerweise kennt man es als Symbol der Liebe zwischen zwei Menschen, ABER das ist im Human Design nicht ganz so. Denn interessanterweise steht das Herz-Zentrum im Human Design für Willensstärke, Ego und Freiheit und dreht sich damit eher um das Thema Selbstwertgefühl.

Wenig überraschend ist es deshalb, dass die Themen Geld und materieller Reichtum im Human Design nicht hauptsächlich Themen des Kopfes sind, sondern Themen des Herzens. Denn das Selbst-Wert-Gefühl hat ja direkt damit zu tun, wie wertvoll man sich selbst fühlt und wie viel man tief im Inneren glaubt, zu verdienen.

Gleichzeitig entspringen dem Herzen auch die Herzenswünsche. Herzenswünsche sind sehr tiefe Visionen und eine Quelle von starker Energie (weshalb das Herz-Zentrum auch zu den Motorzentren gehört). Diese Herzenswünsche können dabei sehr solidarisch und zum Wohle anderer sein. Trotzdem steckt in ihnen oft ein geheimer Balanceakt, ganz nach dem Motto: „Mache ich die Dinge gerade wirklich zum Wohle anderer, oder mache ich all das eigentlich hauptsächlich für mich selber?

Menschen mit definiertem Herz-Zentrum besitzen einen eisernen Willen und ziehen die Dinge durch, für die ihr Herz schlägt. Ratsam für Menschen mit definiertem Herzen ist es, immer dann besondere Aufmerksamkeit zu schaffen, wenn die Energien von Konkurrenzkampf und Egoismus überhand nehmen und ungesund werden.

Menschen mit undefiniertem Herzen (die Mehrheit aller Menschen) haben tendenziell eher Schwierigkeiten mit dem Thema „niedriges Selbstwertgefühl„. Hier gilt es, sich immer wieder freundlich daran zu erinnern, dass man nichts beweisen muss, sondern ganz genau gut und wertvoll so ist, wie man ist. Vielleicht ist das nicht immer einfach zu glauben, aber es ist die Wahrheit. 🙂

Im Herz-Zentrum sitzen das Tor der Kontrolle (21), das Tor der Anhäufung (26), das Tor der Befreiung (40) und das Tor des Erregenden (51).

Das Selbst- / Gottes- / Identitäts-Zentrum (Richtung, universelle Liebe)

Das Selbst- oder Identität-Zentrum ist wieder eines der Dinge, die mir besonders schwer fallen mit Worten zu beschreiben, denn es ist etwas Feines, Subtiles, Mystisches und erstmal Abstraktes.

Das Identitäts-Zentrum ist Sitz unserer Selbstliebe und der tiefen Frage von „Wer bin ich?„. Außerdem ist dieses Zentrum die Quelle unserer Liebe (wobei hier nicht die romantische, leidenschaftliche Liebe aus dem Solarplexus-Zentrum gemeint ist, sondern eine sehr universelle, göttliche Liebe).

Nicht umsonst wird das Identitäts-Zentrum auch gern mal „Gottes-Zentrum“ genannt, denn wenn ein Zentrum besonderen Kontakt „zum Göttlichen / zur Seele / zum höheren Selbst“ haben würde, dann wäre es das Identitäts-Zentrum.

Ist das Identität-Zentrum definiert, drückt sich das für den Träger in einem Gefühl von „Ich weiß, wer ich bin und ich weiß, wo ich hingehen soll (universelle Führung).“ aus. Dieses Gefühl der Identität und Vertrauen in die eigene Richtung kann durch Konditionierung schnell überschattet und in Frage gestellt werden. Wenn das der Fall ist, lohnt es sich, der eigenen Strategie & Autorität zu folgen und auf die feinen Impulse aus der Region um das Brustbein herum zu achten.

Ist das Identitäts-Zentrum nicht definiert, kann sich das Gefühl von „Wer bin ich eigentlich?“ und „Wohin soll ich gehen?„, ständig ändern. Das macht den entsprechenden Menschen auf der einen Seite zwar sehr flexibel und empfänglich für die verschiedenen Energien in seiner Umgebung, kann auf der anderen Seite aber auch verwirren und verunsichern. Achtsamkeit, sowie dem Folgen der persönlichen Strategie und Autorität können hier -wie so oft im Leben- sehr helfen.

Im Identitäts-Zentrum sitzen das Tor des Schöpferischen (1), das Tor der Empfänglichkeit (2), das Tor der Geschlossenheit (7), das Tor des Verhaltens (10), das Tor des Zuhörers (13), das Tor der Liebe zur Menschheit (15), das Tor der Unschuld (25) und das Tor des glücklichen Zufalls (46).

Das Kehl-Zentrum (Ausdruck)

Würde man die Energieflüsse des Human Designs sehen können, würde man vermutlich sehen, wie die Energie / der Druck durch die beiden Druckzentren (Krone und Wurzel) in uns hineinströmen, intern verarbeitet werden und sich dann ihren Weg zur Kehle bahnen.

Denn die Kehle ist das Zentrum des Ausdrucks. Hier werden Dinge zum Ausdruck gebracht und umgesetzt werden. Dadurch wird Energie in Materie verwandelt, ergo: Dinge manifestiert.

Das „zum Ausdruck bringen“ muss dabei nicht zwangsläufig durch das Sprechen von Worten geschehen, sondern kann z.B. auch in Form von Schrift, Gesang, Kunst oder Tanz passieren.

Menschen mit definierter Kehle haben meistens eine ganz bestimmte Art und Weise zu sprechen bzw. sich auszudrücken. Diese Ausdrucksart ändert sich normalerweise nur geringfügig – egal, wo oder mit wem dieser Mensch gerade zusammen ist. Normalerweise sind Menschen mit definierter Kehle auch sehr redegewandt und sprechen gerne bzw. bringen sich gerne zum Ausdruck.

Menschen mit undefinierter Kehle sind flexibler in ihrer Ausdrucksart und können sich viel besser an ihre Umgebung anpassen. So haben häufig auch große Politiker oder bekannte Redner ein undefiniertes Kehl-Zentrum: Das schenkt ihnen die Fähigkeit, die Energien des Publikums zum Ausdruck zu bringen und das zu sagen, was gut bei den anderen ankommt. Gleichzeitig kann eine undefinierte Kehle auch manchmal zu Sprachlosigkeit und dem „Fehlen von Worten“ führen.

Falls du mehr über das Kehl-Zentrum wissen möchtest, geht es hier zu einem netten Youtube-Video von Ra Uru Hu zum Thema Kehl-Zentrum (auf Englisch).

Im Kehl-Zentrum sitzen das Tor des Beitragens (8), das Tor der Stockung (12), das Tor des Selektierens (16), das Tor des Jetzt (20), das Tor der Assimilation (23), das Tor des Einflusses (31), das Tor des Rückzugs (33), das Tor des Fortschritts (35), das Tor der Sammlung (45), das Tor des Wanderers (56) und das Tor der Details im Ausdruck (62).

Das Verstand-Zentrum / Ajna (Denken, Logik)

Das Verstand-Zentrum ist wahrscheinlich schon recht intuitiv und vom Namen her greifbar, da wir im Alltag alle recht viel mit unserem Verstand arbeiten.

Logik, Rationalität, Strukturen und Zahlen, Daten, Fakten, all das wird vom Verstand liebend gerne verarbeitet. Es ist also nicht überraschend, dass das Verstand-Zentrum relativ weit oben im Kopf des Bodygraphen (nahe des Gehirns) dargestellt wird.

Das Denken schenkt uns mentale Bewusstheit, sodass es nicht überrascht, dass auch das Verstand-Zentrum zu den Bewusstheits-Zentren gehört.

Ist der Verstand definiert, sind diese Menschen sehr viel am denken. Es rattert quasi dauernd in ihrem Kopf. (Wer kennts? 😀 ) Wenn es ihnen gelingt, sich auf ein Problem zu konzentrieren, schenkt der definierte Verstand aber auch die Fähigkeit, eine sehr gute Lösung für dieses Problem zu finden.

Auch bei Menschen mit undefiniertem Verstand kann es natürlich passieren, dass sie die Energien ihrer Umgebung aufnehmen und auch viel am Denken sind. Allerdings haben sie nicht dieses permanente „Zerdenken“ von Dingen, sondern neigen ohne die externen Einflüsse zu geistiger Klarheit, die sich aber auch gerne mal in geistige Abwesenheit und / oder Vergesslichkeit umwandeln kann.

Im Verstand-Zentrum sitzen das Tor der mentalen Lösungen (4), das Tor der Harmonie (11), das Tor der Nachfolge (17), das Tor der Wiederkehr (24), das Tor des Durchbruchs (43) und das Tor des Begreifens (47).

Das Kronen-Zentrum (Inspiration)

Das Kronen-Zentrum heißt nicht umsonst Kronen-Zentrum, denn es sitzt wie eine Krone ganz oben auf unserem Bodygraphen. 👑

Genauso wie das Wurzel-Zentrum ist auch das Kronen-Zentrum ein sogenanntes Druck-Zentrum. Während das Wurzel-Zentrum allerdings Energie / Druck aus dem Fundament bzw. der Erde aufnimmt, erhält das Kronen-Zentrum energetische Impulse / Druck „von oben“, bzw. aus dem Kosmos.

Das Kronen-Zentrum verbindet uns also wie eine Antenne mit den „geistigen Energien“ -also Ideen, Gedanken, Impulsen und Wahrheiten- um uns herum und ist damit eine große Inspirationsquelle.

Ist das Kronen-Zentrum definiert, muss immer auch das Verstand-Zentrum definiert sein (Achtung, die Rückrichtung gilt nicht! Das heißt, wenn das Verstand-Zentrum definiert ist, muss die Krone nicht unbedingt auch definiert sein.).

Menschen, mit einer solchen definierten Krone, tendieren dazu, ständig über ihre vielen „Geistesblitze“ nachzudenken. Die im Kronen-Zentrum erzeugten Inspirationen werden nämlich in das Verstand-Zentrum weitergeleitet und dort logisch (mit Zahlen, Daten, Fakten) bearbeitet.

Ist die Krone undefiniert, ist die Krone wirklich wie eine ständig hörende Antenne, die stetig auf der Suche nach Inspirationsquellen ist. Menschen mit undefinierter Krone neigen dadurch z.B. auch gerne dazu, sich lange alle möglichen Bilder / Videos / Texte anzuschauen, um nach Inspiration zu suchen. („Die Pinterest-Suchtis“ 😀 )

Im Kronen-Zentrum sitzen das Tor der inneren Wahrheit (61), das Tor des Zweifels (63) und das Tor der verschiedenen Möglichkeiten)

Gruppierungen der Zentren

Oft hört man von bestimmten Gruppen von Zentren, wie z.B. die Motorzentren oder die Druck-Zentren.

Da der Beitrag schon recht lang ist und ich die Dinge auch teilweise schon im Text zu den jeweiligen Zentren erwähnt hatte, werde ich dir hier nur ganz kurz und knapp eine Übersicht über die verschiedenen Arten an Zentren geben:

2 Druck-Zentren:
Kronen-Zentrum und Wurzel-Zentrum

4 Motorzentren:
Herz-Zentrum, Solarplexus-Zentrum, Sakral-Zentrum, Wurzel-Zentrum

3 Bewusstheits-Zentren:
Milz-Zentrum (intuitive Bewusstheit), Solarplexus-Zentrum (emotionale Bewusstheit), Verstand-Zentrum (mentale Bewusstheit)

1 Manifestations-Zentrum:
Kehl-Zentrum

Schlusswort & Ausblick

So… ich hoffe dieser etwas ausführlichere Teil über die 9 Zentren des Human Design konnte dir weiterhelfen. Wenn du noch weitere Fragen oder Themenwünsche für neue Beiträge hast: Immer her damit. 🙂 Schreib mir dafür einfach an info[at]mondsteinsee.de und ich freue mich, von dir zu hören!

Ansonsten bin ich gerade dabei, einen Beitrag über die Entwicklung der Menschen von 7 zu 9 Zentren zu schreiben. Wenn der Beitrag fertig ist, werde ich an dieser Stelle einen Link dazu unter den Text stellen. Falls du daran interessiert bist, schau also gerne bald nochmal vorbei!

Wie wäre es bis dahin mit einem Text über die Partnerschaftsdynamiken im Human Design? 🙂

Wie auch immer, ich wünsche dir einen tollen Tag!
Deine Cati

Schreibe einen Kommentar