Strategie der Generatoren im Human Design – Wie warte ich auf Zeichen?

Die Strategie der MGs und Generatoren im Human Design ist es, auf Zeichen (des Universums) zu antworten.

Heißt das, dass MGs und Generatoren nichts initiieren sollten?
Dass sie einfach nur passiv auf ein Zeichen (vom Universum) warten und ihrem Schicksal nicht auf die Sprünge helfen sollten?

Auf Wunsch einer Leserin schauen wir uns das Thema „Strategie der Generatoren im Human Design“ heute einmal etwas genauer an (Danke, Kathi! 🙂 ). Falls du auch einen Themenwunsch für diesen Blog hast, lass es mich gerne wissen und ich werde sehen, was ich tun kann.

Achja… da MGs (Manifestierende Generatoren) in dieser Hinsicht zu den Generatoren gehören, werde ich im folgenden nur noch von Generatoren sprechen. Für MGs gilt im Bezug auf die Strategie aber so ziemlich das Gleiche. 🙂

Disclaimer: Der Teufel liegt im Detail

Bevor wir auf die Strategie der Generatoren eingehen, möchte ich noch kurz vorwarnen. Denn wie ich oft erwähne, ist Generator nicht gleich Generator. Der Teufel liegt hier im Detail.

Grafik des Sonnensystems als Symbol fuer das astrologische Wetter

Welche Zentren sind definiert? Welche Tore aktiviert? Welche Linien, Farben, Töne und Basen spielen eine Rolle? Etc. etc.

Und -um das Ganze noch komplizierter zu machen- wird das aktuelle Chart ja auch noch durch die Menschen (& Tiere) in deiner Umgebung, sowie das „astrologische Wetter“ beeinflusst.

Also ein Generator gleicht extrem selten den anderen und auch ein Generator hat vielleicht an dem einen Tag oder in der einen Umgebung mal Manifestor- oder MG-Züge.

Aber all das ist leider nicht besonders Alltagstauglich und schon gar nicht Anfänger-freundlich, deshalb nochmal mein Senf dazu… 😀

Die Strategie der Generatoren im Human Design

Generell lässt sich sagen: Generatoren haben „anziehende Auren“ und sind „empfangende Wesen“ , die „vom Leben berührt“ werden. Egal, ob das durch Menschen, etwas Visuelles, ein Wort, ein Lied, ein Duft etc. passiert.

Aura von Generatoren im Human Design

Gehen wir das Ganze mal an einem Beispiel durch.

Stell dir vor, du als Generator möchtest umziehen. Solltest du dich dann passiv aufs Sofa setzen und warten, dass dich plötzlich jemand mit dem perfektem Wohnungsangebot anruft?

Also… das kannst du natürlich machen und vielleicht klappt es ja auch, aber die Chancen sind eher gering und das ist sicherlich nicht das, was dir die Human Design Generator Strategie rät.

Was ich mir hier anschauen würde ist, woher kommt der Wunsch nach einer neuen Wohnung?

Die Idee bzw. der Impuls zur neuen Wohnung wurde bestimmt durch irgendetwas in deinem Leben ausgelöst. Sei es, dass eine Freundin vor Kurzem in eine tolle, neue Wohnung umgezogen ist, dass du ein Video über ein schönes Haus gesehen hast, oder dass du letztens festgestellt hast, dass du einfach nicht mehr genug Platz in deinen Schränken hast.

All das könnten schon Zeichen (vom Universum) gewesen sein.

Und wenn das sakrale Zentrum darauf angesprungen ist, dann können Generatoren bei der Umsetzung ihre Generator-PS auf die Straße bringen.

(Das zeigt übrigens auch, dass Generatoren im Human Design ihre Energie nicht nur zum Arbeiten einsetzen „sollten“, sondern für das, worauf ihr sakrales Zentrum „anspringt“.)

Generatoren, die dem Leben vertrauen, mit dem Flow gehen und einfach nur schauen, wann und worauf ihre sakralen Zentren „anspringen“ (und dann natürlich auch darauf reagieren), handeln schon ziemlich gut nach ihrer Strategie.

Folgt ein Generator nicht seiner Strategie und probiert, Dinge zu initiieren, auf die sein sakrales Zentrum nicht vorher mit „Oh, yes!“ geantwortet hat, steht ihm sein großer Schatz, die enorme Generator-PS, auch wahrscheinlich nicht so sehr zur Verfügung.

Ein Generator mit aufgestauter Energie wird schnell frustriert. (Meistens kommt die Frustration daher, dass der Generator mit voller Kraft versucht, irgendetwas zu manifestieren. Dieses Irgendetwas ist meistens eine Sache, die der Verstand vorgibt.)

Wann immer ein Generator auf das Gefühl von Frustration stößt, eckt er an sein Nicht-Selbst-Thema. (Frustration ist das Nicht-Selbst-Thema von Generatoren im Human Design) Diesen Wink mit dem Zaunpfahl kann der Generator dann liebevoll annehmen und die Gelegenheit zur Selbstreflexion nutzen: Welchen Zielen renne ich gerade hinter, die vielleicht gar nicht für ihn bestimmt sind? Jubelt mein sakrales Zentrum, oder ist es eher kalt?

Wie du siehst, gibt uns das Human Design einen relativ guten Kompass zur Selbstreflexion an die Hand.

Unterschied der Strategien von Projektoren und Generatoren im Human Design

So weit, so gut. Nun habe ich ja gerade gesagt, dass Generatoren im Human Design auf Zeichen warten & antworten sollen – wo aber liegt dann darin der Unterschied zu den Projektoren, die ja auf Einladung warten sollen?

Einladung und Zeichen… ist das nicht sehr ähnlich?

Nicht wirklich, wenn man die Auren und die zur Verfügung stehende Energie beider Typen mit in Betracht zieht!

Human Design Typ Generator

Generatoren im Human Design haben anziehende Auren, Projektoren dagegen fokussierende Auren. (Hier findest du ein schönes, kurzes Video von Ra Uru Hu zum Thema Auren.)

Wie wir oben schon festgestellt hatten, sind Generatoren empfangende Wesen. Sie haben einen Zugang zu enormer Energie, wenn ihr sakrales Zentrum auf einen Impuls angesprungen ist. Ihre Strategie ist es deshalb, auf ein Zeichen zu warten, das ihr sakrales Zentrum triggert und anschließend mit enormen Energiefluss darauf zu antworten.

Wie ein Wildpferd, das in der Ferne plötzlich einen Heuballen sichtet und daraufhin schnurstracks dorthin losgaloppiert.

Das Schema für Generatoren ist im Groben also: Reiz / Impuls aus der Umgebung, Reaktion / Antwort des Generators, Ende / Erreichen des Ziels, dann: neuer Reiz, …

Human Design Projektor

Projektoren haben dagegen eine Aura, die eher auf andere ausgerichtet ist (wie Leuchttürme, die ihr Licht auf eine bestimmte Stelle strahlen). Sie können ihre projizierende Aura optimalerweise nutzen, um andere zum Erfolg zu führen.

Um einen anderen Menschen allerdings erfolgreich führen zu können, sollte der Projektor erst darauf warten, dass diese Menschen ihn als Mentor / Coach / Wegweiser / Problemlöser anerkennen und ihn um Führung bitten.

Deshalb ist die Strategie der Projektoren auf Einladung (anderer Menschen) zu warten.

Im Leuchtturm-Bild lässt sich das vielleicht wie folgt ausdrücken: Erst wenn ein anderer Mensch zustimmt, vom hellen Leuchtturm-Licht des Projektors beleuchtet zu werden, kann er dieses Licht als angenehm und wohltuend empfinden. Andernfalls trifft es ihn vielleicht unvorbereitet und er fühlt sich geblendet.

Im Gegensatz zu Generatoren darf ein Projektor erkennen, dass hauptsächlich andere Menschen der Schlüssel für ihn sind. Denn die Einladungen für einen Projektor kommen normalerweis auf irgendeine Art und Weise von anderen Menschen. (Ein Projektor kann dann gegebenenfalls von der Energie dieser anderen Menschen profitieren.)

Die Strategie für Projektoren bezieht sich außerdem vor allem auf die wichtigen Entscheidungen im Leben. Hat ein Projektor nach seiner Strategie gehandelt und Menschen gefunden, die ihn anerkennen und eingeladen haben, kann diese Zusammenarbeit ewig andauern.

Ein Projektor wartet tendenziell also länger auf seine Einladung als der Generator auf seine Impulse, dafür hat er dann auch tendenziell etwas länger von „seiner Antwort auf die Einladung“.

Außerdem ist es für einen Projektoren tendenziell etwas schwieriger, eine gute Einladung zu erkennen, weil er nicht sofort das Feedback seines sakralen Zentrums hat.

Das Schema für einen Projektor ist also tendenziell eher: Warten… , warten…. , warten… , Anerkennung eines anderen Menschen und Einladung für den Projektor, andauernde Zusammenarbeit

(Vielleicht hörst / fühlst du ja schon allein aus der Beschreibung der Schemata für Generatoren und Projektoren die verschiedenen Energien von Generatoren und Projektoren heraus.)

Am Ende dieses Abschnitts möchte ich auch hier nochmal einen kleinen Disclaimer aussprechen, denn natürlich liegt -wie immer- der Teufel im Detail. Generator ist nicht gleich Generator und Projektor ist nicht gleich Projektor. Nicht vergessen! 🙂

Ich hoffe, damit konnte ich den Unterschied zwischen den Strategien etwas klarer machen. Falls du doch noch Fragen dazu haben solltest, lass es mich gerne wissen!

Bitte keine Konditionierung durch Human Design! 🙂

Zum Schluss ist mir noch ganz wichtig zu sagen: Human Design soll nicht konditionieren.

Also mach bitte immer nur das, was sich für dich gut und richtig anfühlt. Überprüfe alles kritisch und sieh es als eine Art Selbstexperiment an. Schränke dich nicht aufgrund deines Typs, deiner Linien oder irgendetwas anderes ein! Probiere einfach aus, beobachte, erkenne. 🙂

Das Human Design als solches gibt übrigens nicht unbedingt Handlungsempfehlungen. Das passiert viel eher durch uns Menschen – den „Lesern“ der Human Design Charts.

Dazu mal die folgende Analogie:

Wenn man sich das Human Design analog zu einem medizinischen Bauplan (also vielleicht so etwas wie den genetischen Informationen) vorstellt, dann kann man anhand des Bauplans eines bestimmten Menschens -nennen wir ihn Paul- im Vergleich mit den Bauplänen von anderen Menschen vielleicht ablesen: „Oh, Paul hat viel Ausdauer. Und starke Beine.

Die Interpretation oder Handlungsempfehlung eines Bauplan-Lesers für Paul wäre dann vielleicht: „Probiere doch mal Langlauf im Park aus. Das könnte dir gefallen.“

Vielleicht hat der Leser des Bauplans jetzt aber blöderweise übersehen, dass Paul auch sehr empfindlich und introvertiert ist und deshalb eigentlich gar keine Lust auf das Laufen draußen im Park hat. Hätte der Bauplan-Leser das gewusst, hätte er vielleicht zu einem Laufband für ein Laufen in den eigenen vier Wänden oder zu langen Spaziergängen im Wald raten können.

Letztendlich liegt die Verantwortung, die aufgenommenen Informationen kritisch zu überprüfen und zu schauen, welche zu einem passen und welche nicht, bei jedem selber. Die Informationen, die nicht passen, kann man ja einfach mal im Hinterkopf behalten und schauen, ob sie im Laufe der Zeit vielleicht Sinn ergeben und man dadurch alte Konditionierungen erkennt.

Sobald du deinen Typ, deine Autorität und Strategie einmal kennengelernt hast, wirst du dich wahrscheinlich sowieso und ganz automatisch ständig selber untersuchen und schauen, wo dein Typ und deine Strategie passt und wo nicht. Wenn du das erstmal eine Zeit lang machst, kommt bestimmt bald mehr Klarheit und du wirst „deine Zeichen des Universums“ besser erkennen können, lieber Generator. 🙂

Nichts muss, alles kann. Human Design ist ein (Selbst-) Experiment!

Ich hoffe, liebe Kathi, dass ich dir das Thema „Strategie der Generatoren im Human Design“ damit etwas besser beleuchten konnte. Ich wünsche dir und allen anderen Lesenden dieses Beitrags viel Freude beim Entdecken des eigenen Designs!

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