Splits und die 5 Definitions-Konfigurationen

Hast du schon mal was von „Single Definition“, „Simple-Split“ oder „Triple-Split“ gehört und dich gefragt, was das bedeutet? Wenn ja, dann kommt hier ein längst überfälliger Beitrag zum Thema Definitions-Konfigurationen im Human Design und die Bedeutung von Splits. 🙂

Definitions-Konfiguration und Splits

Zu aller erst: Was ist eigentlich mit Definitions-Konfiguration gemeint? Was ist ein Split im Chart?

Wenn du dir ein beliebiges Human Design Chart anschaust, siehst du wahrscheinlich sofort die definierten und undefinierten Zentren, sowie die definierten und undefinierten Kanäle.

Damit ein Zentrum definiert, also ausgefüllt sein kann, muss es immer über einen vollständig definierten Kanal mit einem anderen Zentrum verbunden sein. Es kann im Human Design also kein „alleinstehendes“, definiertes Zentrum geben.

Alle definierten Zentren im Chart sind über definierte Kanäle miteinander verbunden.
Simple Split im Human Design
Es gibt zwei Gruppen an definierten Bereich im Chart – Es liegt ein Split vor.

(Falls du mehr über Zentren und Definition im Allgemeinen lesen möchtest, gibt es hier einen Beitrag dazu. 🙂 )

Jetzt können aber ohne Weiteres mehrere Zentren über definierte Kanäle miteinander verbunden sein. Es entsteht eine Art „Gruppe“ an definierten Zentren, die alle miteinander über definierte Kanäle verbunden sind.

Genauso gut kann es aber auch sein, dass es verschiedene „Gruppen“ an definierten Bereichen im Chart gibt, die nicht über definierte Kanäle miteinander verbunden sind.

Betrachtet man das gesamte Chart, ergeben die „definierten Bereiche“ im Chart also ein Gesamtbild – und das ist die Definitions-Konfiguration.

Wenn dieses Gesamtbild ein einziger, zusammenhängender Bereich an definierten, miteinander verbundenen Zentren ist, spricht man von einer einfachen Definition bzw. der „Single Definition“.

Gibt es in einem Chart mehrere, nicht über definierte Kanäle miteinander verbundene, definierte Bereiche, spricht man von einem Split (engl. „split“ = geteilt, aufgeteilt).

Ein Split kann dabei eine einfache Aufspaltung in zwei, drei oder vier getrennte, definierte Bereiche sein.

Wenn das jetzt noch ein bisschen abstrakt oder ungenau klingt, dann schau dir die nächsten Bilder an. Damit sollte die Sache verständlicher werden (Bilder sagen ja bekanntlich manchmal mehr als 1000 Worte). 🙂

Beispiele von Definitions-Konfigurationen / Splits

Wie du bereits weißt, wird im Human Design von einer „einfachen Definition“ gesprochen, wenn es nur einen einzigen zusammenhängenden, definierten Bereich im Chart gibt.

Alle definierten Zentren im Chart sind über definierte Kanäle miteinander verbunden – „Einfache Definition“

Wenn es dagegen zwei nicht zusammenhängende, definierte Bereiche im Chart gibt, wird im Human Design von „Simple Split“ gesprochen.

Achtung: Auch wenn zwei definierte Zentren direkt nebeneinander liegen, können sie zu zwei voneinander getrennten Definitions-Bereichen gehören. Ob sie zu einem Definitions-Bereich gehören oder nicht ist abhängig davon, ob sie über (einen oder mehrere) definierte/n Kanal/Kanäle miteinander verbunden sind.

Zwei getrennte Bereiche von definierten Zentren im Chart
„Simple Split“
Zwei getrennte Bereiche von definierten Zentren im Chart, da zwischen G- und Kehl-Zentrum bzw. Herz- und Kehl-Zentrum kein definierter Kanal ist – „Simple Split“

Wenn es drei nicht zusammenhängende, definierte Bereiche im Chart gibt, wird von einem „Triple Split“ gesprochen.

Triple Split im Human Design
Drei getrennte Bereiche von definierten, Zentren im Chart – „Triple Split“
Drei getrennte Bereiche von definierten, Zentren im Chart – „Triple Split“

Wenn es vier nicht zusammenhängende, definierte Bereiche im Chart gibt, wird von einem „Quadruple Split“ gesprochen.

Vier getrennte Bereiche von
definierten, Zentren im Chart – „Quadruple Split“
Vier getrennte Bereiche von definierten, Zentren im Chart – „Quadruple Split“

Die 5 Definitions-Konfigurationen

Insgesamt gibt es damit fünf verschiedene Definitions-Konfigurationen, die in einem Human Design Chart vorliegen können:

  • Keine Definition: Bei Reflektoren, wenn es kein einziges, definiertes Zentrum im Chart gibt (ca. 1% der Bevölkerung)
  • Einfache Definition (Single Definition): Alle definierten Zentren im Chart sind durchgehend über definierte Kanäle miteinander verbunden (ca. 41% der Bevölkerung)
  • Einfacher Split (Simple Split Definition): Ein einziger Split teilt das Chart in zwei Bereiche. Es gibt also zwei nicht miteinander verbundene, definierte Bereiche im Chart (ca. 46% der Bevölkerung)
  • Dreifacher Split (Triple Split Definition): Es gibt drei nicht miteinander verbundene, definierte Bereiche im Chart (ca. 11% der Bevölkerung)
  • Vierfacher Split (Quadruple Split Definition): Es gibt vier nicht miteinander verbundene, definierte Bereiche im Chart (ca. 1% der Bevölkerung)

Da ein Human Design Chart insgesamt 9 Zentren hat, kann es nicht mehr als einen Vierfachen Split geben. Hat ein Mensch einen vierfachen Split im Chart, hat er also mindestens 8 oder 9 definierte Zentren.

So weit, so gut.

Aber was bedeutet es, keinen, einen, zwei oder drei Splits in einem Chart zu haben?

Das schauen wir uns jetzt an! 🙂

Die Bedeutung von Splits

Das Vorhandensein von Splits ist super spannend, denn die Tore und Kanäle, die zum „Überbrücken“ eines Splits benötigt werden, sind oft zentrale Aspekte im Leben eines Menschen.

Aber beginnen wir mit Menschen, die eine einfache Definition haben – also keinen Split im Chart. Alle definierten Zentren sind miteinander verbunden.

Menschen mit einfacher Definition fällt es oft leichter, den Fokus zu behalten als Menschen mit einem, zwei oder sogar drei Splits im Chart. Sie tendieren eher dazu, sich ganz bzw. vollständig zu fühlen und sind tendenziell schneller in der Informationsverarbeitung, da es nur eine definierte Gruppe gibt, durch Energie „schnell hindurchfließen“ kann.

Was können wir daraus nun für Menschen mit Splits ableiten?

Splits sind also so etwas wie „Unterbrechungen“ der Definition und damit auch im konstanten, zuverlässigen Energiefluss eines Charts.

Menschen können diese „Unterbrechungen“ oder „Lücken“ in der Definition als fehlende Teile in ihren Leben wahrnehmen und es wird gesagt, dass sie danach streben, diese „Lücken“ in ihrem Energiefluss zu füllen – sei es z.B. durch die Definitionen anderer Menschen, oder durch Überkompensation (Konditionierung).

Je nach individuellem Design und Art des Splits (Simple, Triple, Quadruple), kann sich dieses Phänomen natürlich sehr individuell ausdrücken.

Die Unterbrechung kann auch dazu führen, dass Menschen mit Split(s) im Chart tendenziell mehr Zeit zum Verarbeiten von Informationen brauchen als Menschen mit einfacher Definition.

Split in meinem Beispiel-Chart

Ich z.B. habe einen einfachen Split in meinem Chart.
Im folgenden Bild findest du mein Chart und die beiden Bereiche des „Splits“ in gelb und lila hinterlegt.

Ajna, Kehl- Sakral- und G-Zentrum (gelb hinterlegt) bilden einen „Block“ an zusammenhängenden, definierten Zentren, da sie alle über definierte Kanäle miteinander verbunden sind.

Das Wurzel- und Solarplexus-Zentrum sind dagegen zwar miteinander verbunden, aber über keinen definierten Kanal mit den anderen definierten Zentren verknüpft. Damit bilden sie einen zweiten „Block“ im Chart (lila hinterlegt).

Tatsächlich fühle ich mich sehr oft „innerlich entzweit“. Ein bisschen so, wie Goethe es so schön beschrieb:  „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“ . Und der Split in meinem Chart kann durchaus ein Grund für das Gefühl der inneren Teilung sein.

Wenn du jetzt genau hinschaust, fällt dir vielleicht auf, dass es in meinem Chart mehrere Stellen gibt, an denen ich die beiden Teile relativ leicht miteinander verbinden könnte. Z.B. über Tor 53 im Wurzel-Zentrum, Tor 3 im Sakral-Zentrum oder Tor 35 im Kehl-Zentrum.

Bei genau diesen Toren kann ich jetzt genauer hinschauen:
Wo beinhalten diese Tore vielleicht Themen, nach denen ich schon mein ganzes Leben lang „suche“?
Fühle ich mich in diesen Bereichen vielleicht unvollständig bzw. nicht „ganz“?
Versuche ich, hier etwas zu überkompensieren?

Für Menschen mit einem einfachen Split (Simple Split) und mit einem vierfachen Split (Quadruple Split) liegt das höchste Potential für Konditionierung in den Toren/Kanälen, die die Splits überbrücken könnten. Für Menschen mit einer einfachen Definition (Single Definition) und Menschen mit einem dreifachen Split (Triple Split) liegt das höchste Potential für Konditionierung dagegen in den undefinierten Zentren des Charts.

Splits „überbrücken“

Um Splits zu „überbrücken“ und sich vollständig zu fühlen, suchen Menschen mit Splits also oft nach der Aktivierung der fehlenden Tore. Diese Aktivierung kann z.B. kurzfristig durch das „kosmische Wetter“ zustande kommen, oder aber durch andere Menschen in unserer Umgebung.

Laut Human Design ziehen wir die Menschen, die unsere „fehlenden“ Tore zum Überbrücken der Splits ideal ergänzen, ganz automatisch und magnetisch in unser Leben, wenn wir Strategie und Autorität folgen.

Simple Split im Human Design
Simple Split für dessen „Überbrückung“ ein ganzer Kanal benötigt werden würde – „Wide Simple Split“

Jetzt gibt es aber einen Unterschied zwischen einem Split, der durch die Aktivierung eines einzigen Tores „überbrückt“ werden kann und einem Split, für dessen Überbrückung ein ganzer Kanal (oder sogar mehrere Kanäle) benötigt werden.

Wird zur „Überbrückung“ eines Splits ein ganzer Kanal bzw. mehrere Kanäle benötigt, spricht man von einem „Wide Split“ .

Der Wide Split unterscheidet sich insofern von einem kleinen, „ein-torigen“ Split als dass hier oft das „Problem“ nicht in sich selber gesucht wird („Mir fehlt xyz, um ganz zu sein„), sondern als Problem anderer Menschen wahrgenommen wird.

Das kann z.B. so klingen: „Weil du nicht xyz machst / bist, fühle ich mich nicht ganz.

Aber ganz egal, welche Art von „Nicht Vollständigkeit“ wir Menschen mit Splits in uns fühlen, wenn wir krampfhaft probieren, diese zu überbrücken oder aufzufüllen, kann das auf Dauer sehr anstrengend und überfüllend sein.

Ein Bewusstsein über die eigenen Splits, achtsames Beobachten und natürlich Annahme für das, was und wie wir sind, sind erste Schritte auf dem Weg zur Dekonditionierung. (Und -wie immer- natürlich das Spielen mit Strategie und Autorität. 😉 )

Folgen wir dem Weg, den uns Strategie und Autorität weisen, sind besonders die überbrückenden Tore (ganz besonders die Wide Splits) eine besondere Quelle für Weisheit. Wir können dann quasi fühlen, wie uns andere Menschen ergänzen und wie wir alle nur ein Teil eines größeren Ganzen sind.

Also: Egal ob du keine, oder eine einfache Definition hast, einen Simple Split, Triple Split oder Quadruple Split – dein Design ist genau richtig für dich und deine Lebensaufgabe. Jede vermeintliche Stärke hat eine vermeintliche Schwäche und andersherum!

Strategie und Autorität führen uns ganz automatisch dorthin, wo wir hin müssen. 🙂

Zusammenfassung

Ich hoffe, dieser kurze Beitrag über Splits und Definitions-Konfigurationen im Human Design konnte dir ein weiteres Puzzle-Teil auf dem Weg zum Verstehen deines Charts mit auf den Weg geben.

Schau dir gerne mal an, ob du Splits im Chart hast und -wenn ja- welche Tore/Kanäle du zum Überbrücken dieser Splits brauchst. Welche Themen stecken in diesen Zentren bzw. in den Toren? Sind diese Themen auch Themen in deinem Leben? Haben die Menschen in deinem Umfeld vielleicht genau diese Tore aktiviert?

Wenn du mehr zum Thema Splits erfahren möchtest, gibt es z.B. ein nettes Video auf Englisch von Karen Curry Parker hier auf Youtube.

All das kann natürlich super spannend sein, aber wie immer gilt: Alles kann, nichts muss. 🙂 Das Human Design ist ein einziges, großes Selbstexperiment und sollte entsprechend mit spielerischer Leichtigkeit verdaut werden. 😉

Ansonsten lass mich gern wissen, wenn du Fehler jeglicher Art findest und/oder Fragen hast (entweder in den Kommentaren oder per Mail an info[at]mondsteinsee.de ).

Ich freue mich von dir zu hören und wünsche dir alles Gute auf deinem Weg! 🙂

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Andrea

    Liebe Cati

    Vielen Dank für diesen erneut aufschlussreichen Artikel über die Definitionen im Chart! Ich war zwar am Anfang etwas verwirrt weil du bei der einfachen Definition von „simple“ Definition geschrieben hast, ich finde als persönlich Betroffene „Single Definition“ etwas schöner, so simpel fühle ich mich ja nicht, aber das nur am Rande.
    Ich wollte was anderes Fragen, du schreibst: „Für Menschen mit einem einfachen Split (Simple Split) und mit einem vierfachen Split (Quadruple Split) liegt das höchste Potential für Konditionierung in den Toren/Kanälen, die die Splits überbrücken könnten. Für Menschen mit einer einfachen Definition (Simple Definition) und Menschen mit einem dreifachen Split (Triple Split) liegt das höchste Potential für Konditionierung dagegen in den undefinierten Zentren des Charts.“ warum ist das so?
    Vielen Dank für die Erklärung und überhaupt für die viele Zeit die du hier reinsteckst um uns Neulinge etwas aufzuklären und zu erleuchten, ich finde deine Beiträge generell sehr hilfreich und wertvoll!

    Herzliche Grüsse, Andrea

    1. Cati

      Hallo liebe Andrea und vielen dank für deine Nachricht!
      Da hast du natürlich Recht: Richtig heißt es auch „Single Definition“. In meinem Kopf spukt es oft als „Simple Definition“ herum, weil ich es in meinem Kopf mit „einfach“ (im Sinne von „leicht“, Gegenteil von „kompliziert“) verknüpft habe. 😅 Ich habe den Text gerade korrigiert und hoffe, dass es nun stimmt.
      Genau. Also ich habe das so verstanden: Für das Potential zur Konditionierung gibt es eine Hierarchie. Splits und undefinierte Zentren haben hierbei mit die größten Potentiale, uns zu konditionieren. Bei einer Single Definition gibt es keine „Splits“, sodass ein Großteil der Konditionierung durch die offenen Zentren zustande kommt. Bei einer Quadruple Split Definition gibt es nur eins bzw. kein undefiniertes Zentrum, sodass ein Großteil der Konditionierung durch die Splits zustande kommt. Bei einem Simple und Triple Split entsteht die Konditionierung durch eine Mischung aus undefinierten Zentren und Splits, aber beim Simple Split überwiegt tendenziell eher die Konditionierung durch Splits und beim Triple überwiegt tendenziell eher die Konditionierung durch undefinierte Zentren. Warum? Mein Verständnis davon ist, dass man bei einer Simple Split Definition „nur“ zwei getrennte Bereiche miteinander verbinden „will“, um sich vollständig zu fühlen. Und das ist tendenziell einfacher, als alle drei definierten Bereiche bei einer Triple Split Definition miteinander zu „überbrücken“. D.h. besonders mit einer Simple Split Definition spürt man diese „Vollständigkeit“ durch externe Einflüsse häufiger und strebt deshalb auch mehr danach, dieses Gefühl dauerhaft aufrecht zu erhalten. Bei einem Triple Split braucht es meistens mehrere Menschen gleichzeitig, um das Gefühl der Vollständigkeit fühlen zu können und das Potential zur Konditionierung wird dadurch etwas geringer. (Ein Bild, dass ich hier im Kopf habe und sicherlich nicht ganz richtig ist, ist das Bild einer Abhängigkeit: Wenn ich ein Suchtmittel jeden zweiten Tag bekomme, werde ich eher davon abhängig, als wenn ich es nur einmal im Monat bekommen kann.)
      Ich hoffe, dass konnte deine Frage zumindest teilweise beantworten. 🙂
      Vielen Dank nochmal für deine Aufmerksamkeit und dein Interesse! Ich wünsche dir einen tollen Freitag und sende ganz viele, liebe Grüße!
      Cati

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